Ein Pferd läuft im Training nicht plötzlich schlechter, weil ihm „etwas Energie“ fehlt. Häufig stehen Belastung, lange Stehzeiten, eingeschränkte Beweglichkeit, muskuläre Verspannungen oder eine noch nicht vollständig abgeschlossene Regeneration dahinter. Eine Bemer Matte Pferd wird deshalb vor allem als ergänzende Maßnahme eingesetzt – nicht als Ersatz für tierärztliche Diagnostik, Haltungsoptimierung oder ein passendes Trainingsmanagement.
Wer eine Magnetfeldmatte für das Pferd sucht, möchte meist zwei Dinge wissen: Was kann sie im Alltag sinnvoll unterstützen, und welches System passt wirklich zum eigenen Pferd? Die Antworten hängen weniger vom Markennamen allein ab als von Indikation, Anwendungssituation, Pferdetyp und der Qualität der Beratung.
Was eine Bemer Matte für Pferde leisten soll
BEMER-Systeme arbeiten mit elektromagnetischen Impulsen und werden vom Hersteller dem Bereich der physikalischen Gefäßtherapie zugeordnet. Im Mittelpunkt steht dabei die Mikrozirkulation – also die Durchblutung kleinster Gefäße, über die Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte abtransportiert werden. Bei Pferden ist das besonders relevant, weil Muskulatur, Sehnen, Bänder und Gelenkstrukturen nach Belastung eine ausreichende Regenerationszeit benötigen.
Im praktischen Einsatz wird eine Magnetfeldmatte häufig genutzt, um das Pferd in Ruhephasen zu begleiten, die Entspannung nach Arbeit zu fördern und den Organismus vor oder nach sportlicher Belastung zu unterstützen. Viele Pferdehalter setzen sie bei älteren Pferden, bei Pferden mit hoher Trainingsfrequenz oder in Phasen verminderter Belastbarkeit ein. Auch im Rahmen einer physiotherapeutischen oder tierärztlich begleiteten Betreuung kann die Anwendung sinnvoll sein.
Die Magnetfeldtherapie sollte jedoch nicht mit einem Heilversprechen verwechselt werden. Lahmheiten, akute Schwellungen, unklare Schmerzen, Fieber, Kolikanzeichen oder deutliche Verhaltensänderungen gehören zuerst in tierärztliche Hände. Eine Matte kann eine Ursache nicht diagnostizieren und ersetzt weder Untersuchung noch Behandlungsplan.
Bemer Matte Pferd: Decke, Matte oder lokaler Applikator?
Der Suchbegriff „Bemer Matte Pferd“ beschreibt unterschiedliche Anforderungen. Manche Halter meinen eine großflächige Pferdedecke, andere eine Auflage für Rücken und Rumpf, wieder andere suchen eine gezielte Anwendung an Bein, Schulter, Hals oder Kruppenmuskulatur. Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn die beste Lösung richtet sich nach dem Einsatzgebiet.
Eine großflächige Pferdedecke eignet sich, wenn das gesamte Pferd regelmäßig in eine Regenerationsroutine eingebunden werden soll. Sie ist besonders praktisch für Sportpferde, ältere Pferde oder Tiere, die nach längeren Stallphasen Unterstützung bei der Entspannung erhalten sollen. Voraussetzung ist ein ruhiger, sicherer Anwendungsort, an dem das Pferd die Decke akzeptiert.
Lokale Applikatoren sind sinnvoll, wenn die Behandlung gezielt in bestimmte Körperregionen integriert werden soll. Sie bieten mehr Flexibilität, verlangen aber auch eine sorgfältige Positionierung und einen klaren Plan. Wer überwiegend ein einzelnes Pferd mit wechselnden muskulären Themen betreut, kann mit einer Kombination aus großflächigem und lokalem Applikator besser fahren als mit einer Decke allein.
Nicht jedes Pferd braucht das umfangreichste Set. Für einen Freizeitstall mit wenigen Anwendungen pro Woche gelten andere Kriterien als für einen Ausbildungsbetrieb, eine Reha-Einrichtung oder einen Turnierstall mit mehreren Pferden. Entscheidend sind Handhabung, Belastbarkeit, verfügbare Programme, Reinigung, sichere Fixierung und die Frage, ob das System im Alltag tatsächlich konsequent genutzt wird.
Anwendung im Stall: Routine statt Einmalmaßnahme
Eine Magnetfeldanwendung entfaltet ihren praktischen Nutzen nicht durch eine einzelne Sitzung vor dem wichtigen Turnier. Sinnvoller ist eine regelmäßige, stressarme Routine. Viele Pferde profitieren davon, wenn die Anwendung in eine vertraute Situation fällt: beim Putzen, nach dem Abreiten, in einer ruhigen Box oder während einer entspannten Pause am Putzplatz.
Vor dem Training kann eine moderate Anwendung Teil der Vorbereitung sein, sofern das Pferd ruhig bleibt und der Trainingsplan darauf abgestimmt ist. Nach dem Training steht meist die Regeneration im Vordergrund. Dabei sollte das Pferd zunächst ausreichend abkühlen, Wasser aufnehmen können und nicht verschwitzt unter einer Auflage stehen. Die genaue Dauer und Intensität richten sich nach dem jeweiligen Gerät, den Herstellerangaben und der individuellen Reaktion des Pferdes.
Gerade bei sensiblen Pferden empfiehlt sich ein behutsamer Einstieg. Zunächst wird die Matte kurz aufgelegt und beobachtet, wie das Tier reagiert. Entspannt es sich, senkt den Kopf oder steht gelassen, kann die Routine schrittweise aufgebaut werden. Wird es unruhig, weicht aus oder zeigt Abwehr, ist das kein Zeichen dafür, dass die Anwendung „wirkt“. Dann sollten Sitz, Umgebung, Dauer und Gewöhnung überprüft werden.
Anwendung dokumentieren und Veränderungen einordnen
Ein kurzes Stallprotokoll schafft Klarheit. Notieren Sie Trainingsumfang, Anwendungstage, Auffälligkeiten beim Putzen, Bewegungsfreude, Muskulatur und tierärztliche Maßnahmen. So lässt sich eher erkennen, ob Veränderungen mit der Magnetfeldanwendung zusammenhängen oder ob etwa ein Wechsel von Futter, Beschlag, Bodenverhältnissen oder Trainingsintensität die wahrscheinlichere Erklärung ist.
Besonders bei Pferden mit wiederkehrenden Problemen ist diese Dokumentation wertvoll für die Abstimmung mit Tierarzt, Physiotherapie, Osteopathie oder Trainer. Magnetfeldtherapie funktioniert am sinnvollsten als Baustein eines Gesamtkonzepts – mit Bewegung, passender Fütterung, Sattelkontrolle, Hufbearbeitung und ausreichend Erholungszeit.
Sicherheit: Wann erst Rücksprache notwendig ist
Bei akuten, ungeklärten oder sich verschlechternden Beschwerden sollte eine BEMER-Anwendung nicht auf eigene Faust begonnen werden. Das gilt insbesondere bei frischen Verletzungen, starken Schwellungen, offenen Wunden, akuten Entzündungen, Fieber oder Verdacht auf Fraktur, Sehnenschaden und neurologische Probleme. Hier hat die tierärztliche Abklärung Vorrang.
Auch bei tragenden Stuten, bei implantierten elektronischen Geräten oder bei Pferden unter laufender medikamentöser Behandlung ist eine individuelle Rücksprache angezeigt. Die Vorgaben des jeweiligen Herstellers müssen beachtet werden. Wer ein Pferd im Leistungssport führt, sollte zusätzlich die aktuellen Regelwerke des eigenen Verbands prüfen. Eine physikalische Maßnahme ist nicht automatisch in jeder Turnier- oder Medikationssituation unproblematisch.
Sicherheit bedeutet außerdem: Kabel geschützt verlegen, die Anwendung nur unter Aufsicht durchführen und das Pferd nicht unbeaufsichtigt mit einer elektrischen Auflage in der Box lassen. Bei nervösen oder jungen Pferden kann eine zweite Person in der Gewöhnungsphase sinnvoll sein.
Kaufen, mieten oder leasen?
Die Anschaffung einer Pferde-Magnetfeldmatte lohnt sich vor allem dann, wenn eine regelmäßige Anwendung für mehrere Monate oder dauerhaft geplant ist. Bei mehreren Pferden im Bestand, im Therapie- oder Ausbildungsbetrieb kann ein Kauf wirtschaftlich sinnvoll sein. Für Einzelpferde mit zeitlich begrenztem Bedarf ist eine Miete häufig die bessere Entscheidung, weil sich Handhabung und Akzeptanz erst im eigenen Stall prüfen lassen.
Leasing kann für professionelle Anwender interessant sein, die Liquidität schonen und eine planbare monatliche Rate bevorzugen. Wichtiger als das Finanzierungsmodell ist jedoch, dass System und Bedarf zusammenpassen. Eine hochwertige Decke, die wegen komplizierter Bedienung im Schrank bleibt, bringt weniger als ein einfaches, regelmäßig eingesetztes Gerät mit passender Flächenabdeckung.
Bei Institut Provital steht deshalb nicht allein die Frage „BEMER oder eine andere Marke?“ im Vordergrund. Eine unabhängige Bedarfsermittlung klärt zuerst, ob eine großflächige Matte, ein lokaler Applikator oder ein anderes Magnetfeldsystem zur Zielsetzung, zum Budget und zum Pferdebestand passt. Das schützt vor Fehlkäufen und macht technische Unterschiede verständlich.
Worauf Pferdehalter bei der Auswahl achten sollten
Neben der Behandlungsfläche zählt die Alltagstauglichkeit. Material und Verschlüsse müssen Stallstaub, Haare und wiederholtes Auflegen aushalten. Eine Decke sollte sich an unterschiedliche Pferdetypen anpassen lassen, ohne zu verrutschen oder Druckstellen zu erzeugen. Bei mobilen Einsätzen auf Turnieren sind Gewicht, Transportmöglichkeit und Akkulaufzeit ebenfalls relevant.
Fragen Sie außerdem nach Einweisung, Service, Reparaturmöglichkeiten und Mietoptionen. Ein erklärungsbedürftiges Therapiesystem ist keine Anschaffung, die allein über einen Produktvergleich entschieden werden sollte. Gute Beratung berücksichtigt auch, ob bereits Tierarzt, Physiotherapeut oder Trainer eingebunden sind und wie die Anwendung in den Tagesablauf integriert werden kann.
Der sinnvollste nächste Schritt ist nicht der schnellste Kauf, sondern ein konkreter Blick auf Ihr Pferd: Welche Belastung trägt es, was wurde bereits abgeklärt, und welche Routine lässt sich zuverlässig umsetzen? Wenn diese Fragen klar beantwortet sind, wird aus einer Magnetfeldmatte kein Wunderversprechen, sondern ein nachvollziehbarer Bestandteil guter Pferdegesundheit im Alltag.
Kaufen Sie nicht vorschnell das bekannteste Produkt
Der Name „Bemer“ wird oft gleichgesetzt mit „Magnetfeldtherapie“. Aber das Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein ist weder der Erfinder der Magnetfeldtherapie, noch hat es die Magnetfeldtherapie patentiert. Es gibt daneben einige weitere namhafte Hersteller, die z.T. schon über 40 Jahre auf dem Markt sind. Hier gilt es nicht nur die Preise zu vergleichen, sondern auch Fakten wie „Magnetfeldstärke“ (in Mikrotesla gemessen) und die Anzahl der Frequenzen (in Hertz angegeben). Auch solche Punkte wie Zubehör (was gibt es an Matten, Kissen, Intensiv-Applikatoren, Ringspulen) und welche Stecker (genormte DIN-Stecker oder Eigenkonstruktionen) werden verwendet – sollte man vor einem Kauf abwägen.
Deshalb lassen Sie sich bitte herstellerunabhängig von unseren Magnetfeldtherapie Spezialisten beraten, kostenlos und unverbindlich: Telefon (09561) 80 61 61.