Morbus Parkinson: Magnetfeldtherapie kann helfen
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Krankheitsbild und aktuelle Standardtherapie
Morbus Parkinson ist eine chronisch-progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust dopaminerger Neurone in der Substantia nigra charakterisiert ist. Leitsymptome sind:
Rigor (Muskelsteifigkeit)
Tremor (Ruhezittern)
Akinese/Bradykinese (Bewegungsarmut bzw. -verlangsamung)
posturale Instabilität
Die Standardtherapie besteht in der Gabe von L-Dopa oder dopaminergen Agonisten. Zwar bessern diese Substanzen die Symptome, doch können sie das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten und führen bei Langzeiteinnahme oft zu Dyskinesien (Überbewegungen).
Daher rückt die Suche nach ergänzenden nichtmedikamentösen Verfahren in den Fokus – darunter die Magnetfeldtherapie.
Studienlage zur Magnetfeldtherapie
Symptomverbesserung und Sturzprophylaxe
Mehrere klinische Studien (Sandyk, 1996; 1997) berichten von einer deutlich reduzierten Sturzneigung (80–90 %) unter Magnetfeldtherapie. Parallel besserten sich die allgemeinen Parkinsonsymptome signifikant.
Sprachstörungen (Dysarthrie)
In Einzelfallstudien zeigten sich langanhaltende Verbesserungen der Dysarthrie (Sandyk, 1996). Dies ist klinisch bedeutsam, da Sprachstörungen häufig die soziale Teilhabe von Parkinson-Patienten einschränken.
Kognitive Leistungsfähigkeit
Ebenfalls dokumentiert wurde eine Verbesserung kognitiver Funktionen, darunter Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen (Sandyk, 1997).
L-Dopa-induzierte Dyskinesien
Eine kurze 6-minütige Magnetfeldbehandlung führte in einer Studie zu einer nahezu vollständigen Remission der Dyskinesien (Sandyk & Derpapas, 1992).
Geruchsstörungen
Parkinson-Patienten leiden häufig unter olfaktorischen Dysfunktionen. Eine Untersuchung zeigte, dass nur die 7-Hz-Frequenz eine Besserung bewirkte – vermutlich über eine gezielte Dopaminausschüttung und Aktivierung von D2-Rezeptoren (Sandyk, 1999a).
Sexuelle Dysfunktion
In einer Fallstudie führte eine Kurzzeit-Magnetfeldbehandlung im pT-Bereich zu einer verstärkten Libido und dem Auftreten spontaner nächtlicher Erektionen (Sandyk, 1999b).
Frequenzabhängigkeit der Wirkung
Auffällig ist, dass die meisten positiven Effekte bei niedrigen Magnetfeldintensitäten im nT- bis pT-Bereich erzielt wurden. Dies weist darauf hin, dass nicht die Intensität, sondern die eingesetzte Frequenz entscheidend für die Wirksamkeit ist (Jacobsen, 1994).
Klinische Relevanz
Die Magnetfeldtherapie zeigt in klinischen Studien und Fallberichten:
Reduktion der Sturzneigung und Verbesserung motorischer Symptome
Positive Effekte auf Dysarthrie und Kognition
Linderung von L-Dopa-induzierten Dyskinesien
Besserung nichtmotorischer Symptome wie Geruchs- und Sexualstörungen
Auch wenn die bisherigen Ergebnisse ermutigend sind, handelt es sich überwiegend um kleine Studien und Fallserien. Für eine Integration in die Routinebehandlung sind daher größere, randomisierte Studien notwendig. Dennoch deutet die Datenlage darauf hin, dass Magnetfeldtherapie ein vielversprechendes adjuvantes Verfahren für Parkinson-Patienten darstellt.
Quellen
Sandyk R. Beneficial effects of weak electromagnetic fields on Parkinson’s disease. Int J Neurosci. 1996;84(1-4):165-75.
Sandyk R. Magnetic fields improve cognitive functions in Parkinson’s disease. Int J Neurosci. 1997;92(1-2):63-72.
Sandyk R, Derpapas K. Rapid improvement of L-Dopa-induced dyskinesias by weak electromagnetic fields. Int J Neurosci. 1992;63.
Sandyk R. Improvement of olfactory function in Parkinson’s disease by weak electromagnetic fields. Int J Neurosci. 1999 Apr;97(3-4):225-33.
Sandyk R. Magnetic fields and sexual function in Parkinson’s disease. Int J Neurosci. 1999 Aug;99(1-4):139-40.
Jacobsen JI. Extremely low frequency magnetic fields in medicine: mechanisms of action and clinical significance. Panminerva Med. 1994 Dec;36(4).